Zum Semesterende verabschiedet sich auch das AI-Writing-Lab: Das Projekt hat den Kulturcampus seit 2024 mit experimentellen Seminaren, Workshops und Symposien zum Thema generative KI und künstlerisch-literarische Praxis am Literaturinstitut Hildesheim begleitet. Das von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderte KI-Schreiblabor läuft nun mit dem Wintersemester zum 31. März 2026 aus.
Wir bedanken uns bei allen Lehrenden, Studierenden, Kollaborateur:innen, dem Literaturinstitut Hildesheim, der Universität Hildesheim sowie dem Projekt-Team für die tolle Zusammenarbeit! Besonderer Dank gilt der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, die mit ihrer Förderung das Projekt ermöglicht hat. Hinter uns liegen nun knapp zwei Jahre, in denen sich das Lab in der Lehre und seinem Vermittlungsprogramm kritisch und experimentell mit generativer KI auseinandergesetzt hat. Dies geschah in Seminaren und Werkstätten zu digitaler Literatur, Schreib- und Kunstpraktiken mit KI oder experimentellen (virtuellen) Erzählverfahren. Wir haben gemeinsam DADA-Bots entwickelt, Welten gebaut, Modelle einem Finetuning unterzogen, über Open Source, Zukunftsbilder, Bias und Plattformkapitalismus nachgedacht. Im Literaturhaus Hildesheim und auf dem Campus fanden verschiedene Lesungen statt, in denen Studierende ihre Arbeiten vorstellen konnten. Das Lab hat außerdem Exkursionen unternommen, Symposien veranstaltet und auf dem Kulturcampus eine technische Infrastruktur etabliert, sodass Open Source-Modelle auf Laptops für studentische Projekte genutzt werden können. Nicht zuletzt teilten Expert:innen in Seminaren oder der Gesprächsreihe KI, was tun? ihre Perspektiven zu Didaktik, Schreibpraxis oder Roboteridentitäten. Ebenso zu Fallstricken und Problematiken von LLMs, wie demokratiegefährende Entwicklungen oder die Aushebelung von Urheberrecht. Diese Auseinandersetzung soll auch in Zukunft am Fachbereich 2 weitergeführt werden.
Das Labor, das bislang am Literaturinstitut angegliedert ist, fusioniert als Campus-Standort mit dem Studio für Digitale Medien. Dort können weiterhin Laptops oder VR-Brillen für KI-spezifische Lehre und virtuelle künstlerisch-literarische Praktiken sowie Projekte ausgeliehen werden. Ebenso bleibt der Lehrschwerpunkt generative KI am Literaturinstitut bestehen – denn wir wollen weiterhin mit euch in Seminaren über technologische Entwicklungen und ihren Einfluss auf Literatur, Kunst und Kultur nachdenken.
Um das Projekt zu verabschieden, schreiben und diskutieren wir zum Abschluss nochmal gemeinsam:
Das AI-Writing-Lab lädt zum offiziellen Projektabschluss am Freitag, den 06. Februar 2026 auf den Kulturcampus Domäne Marienburg ein. Weitere Infos zum Programm finden sich hier.
Das Programm beginnt um 14 Uhr mit einem Schreibworkshop, der vom Lyriker Daniel Falb und der Programmleitung der Burg Hülshoff Jenni Bohn geleitet wird. Danach verabschieden wir uns feierlich mit einer Lesung in der Rakete zu Babel: Ein babylonischer Priester und eine Raketeningenieurin versuchen, den Himmel zu erreichen (und performen dabei Kommunikationsprobleme zwischen Menschen, Göttern und Maschinen).
Für Lehrende aus den Bereichen literarische Praxis und kreative Schreibvermittlung besteht außerdem die Möglichkeit, am Samstag, den 07. Februar bei einem abschließenden Workshop- und Netzwerktreffen für didaktische Desiderata und zukunftsgewandte Netzwerk- und Projektarbeit im Bereich „Kreatives Schreiben mit KI“ dabei zu sein. Eingeladen sind Lehrende aus anderen Schreibschulen und Universitäten, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie generative KI literarische Schreibpraxis beeinflusst.
Um die Projektarbeit zu dokumentieren und weiter zum Nachdenken über KI anzuregen, wird im Herbst 2026 der Abschlussband KI (ver)lernen in der Reihe Theorie und Praxis des Literaturinstituts erscheinen.
Bis dahin eine gute Zeit!
Euer AI-Writing-Lab
(Projektleitung: Dr. Jenifer Becker, stud. Hilfskräfte: Ariane Siebel, Jonas Galm, Manuel Hettler)